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Was ist „normaler“ Schlaf?

Einen guten Schlaf hat, wer leicht einschläft, während der Nacht nicht wieder ganz wach wird, nicht zu früh aufwacht und sich morgens erholt fühlt. Regelmäßig Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen zu haben, ist für gesunde Menschen in keinem Alter normal. Doch nicht jeder braucht gleich viel Schlaf – und nicht in jeder Lebensphase hat der Schlaf die gleiche Qualität.

So brauchen Kleinkinder viel mehr Schlaf als ältere Kinder und Erwachsene. Erst wenn sie etwa fünf Jahre alt sind, haben die meisten Kinder den Schlafrhythmus eines Erwachsenen: Sie sind tagsüber wach und schlafen die ganze Nacht durch. Die Schlafdauer nimmt bis zum Alter von etwa 80 Jahren ab.

Kleine Kinder und ältere Menschen haben außerdem einen leichteren Schlaf als Jugendliche und Erwachsene. Denn die Dauer der Tiefschlafphasen verändert sich im Laufe des Lebens.

Was sind Schlafzyklen?

Der Schlaf beginnt mit dem ersten Einschlafen und endet, wenn man aufwacht und wach bleibt, um in den Tag zu starten.

Der Schlaf besteht aus einer Abfolge von Schlafzyklen: Ein Zyklus wiederholt sich normalerweise alle 90 bis 110 Minuten. Wer also in einer Nacht zum Beispiel 8 Stunden schläft, durchläuft etwa 5 solcher Schlafzyklen. Jeder Zyklus besteht wiederum aus unterschiedlichen Schlafphasen.

Man unterscheidet außerdem zwei Arten von Schlaf:

  • den Traumschlaf oder „REM-Schlaf“
  • den traumlosen Schlaf oder „Non-REM-Schlaf“

„REM“ ist die Abkürzung des englischen „rapid-eye-movement“. So werden die schnellen Augenbewegungen genannt, die sich bei einem schlafenden Menschen beobachten lassen. Wenn Kinder und Erwachsene sich im Traumschlaf befinden, bewegen sich ihre Augäpfel schnell hin und her, obwohl ihre Augen geschlossen sind.

Grafik: Ein Schlafzyklus besteht aus unterschiedlichen Phasen

Welche Schlafphasen gibt es?

Die Phase vom Augenblick des Einschlafens bis zur nächsten Schlafphase wird Einschlafphase (auch erste Leichtschlafphase oder Schlaflatenz) genannt. Während dieser Phase ist der Schlaf sehr leicht, das Bewusstsein wechselt zwischen Wachsein und Schlafen und man kann sehr leicht wieder aufgeweckt werden.

In der zweiten Schlafphase werden die Gehirnfunktionen langsamer, auch wenn noch plötzliche kurze Aktivitätsschübe auftreten. Diese Phase leichten Schlafs nimmt etwa die Hälfte eines Schlafzyklus ein.

Phase 3 ist eine Tiefschlafphase, in der der Schlaf zum Beispiel durch Geräusche nicht mehr so schnell gestört werden kann.

Auf die Tiefschlafphase folgt die REM-Schlafphase, in der sich die Träume abspielen und der Schlaf wieder leichter ist.

Nach der REM-Phase beginnt ein neuer Schlafzyklus. Im Laufe der Nacht werden die REM-Phasen länger und die Tiefschlafphasen kürzer. Manche Menschen wachen am Ende eines Schlafzyklus ganz oder fast auf, andere schlafen bis zum Morgen durch.

Grafik: Leichter Schlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf wechseln sich ab

Wie verändert sich der Schlaf mit dem Alter?

Es gibt viele Theorien darüber, was normaler Schlaf ist und wie das Alter ihn beeinflusst. Bekannt ist, dass die Einschlafphase – also der Zeitraum, bis wir in leichten Schlaf fallen – mit zunehmendem Alter etwas länger wird. Der altersbedingte Unterschied ist jedoch sehr gering: Insgesamt verlängert sich die Einschlafphase bei Menschen zwischen 20 und 80 Jahren um weniger als 10 Minuten.

Die REM-Phasen werden im Alter zwischen 5 und 19 Jahren allmählich länger. Danach bleiben sie bis etwa zum 60. Lebensjahr einigermaßen stabil. Bei Menschen ab 60 nimmt der Traumschlaf etwas ab, und sie schlafen nicht mehr ganz so gut wie jüngere.

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ist eine nächtliche Schlafdauer von 9 Stunden normal. Jugendliche schlafen rund 8 Stunden. Im Alter von etwa 40 Jahren schlafen Menschen in der Regel etwa 7 Stunden, 55- bis 60-Jährige etwa 6,5 Stunden. Gesunde 80-Jährige schlafen meist etwa 6 Stunden pro Nacht. Das sind jedoch nur Durchschnittswerte; jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf.

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Aktualisiert am 03. Juli 2024

Nächste geplante Aktualisierung: 2027

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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