Die Methoden der natürlichen Familienplanung sind weniger sicher als viele andere Verhütungsmethoden – vor allem, wenn man sich auf ein einziges Körperzeichen verlässt. Denn das Messen und Erkennen einzelner Körperzeichen kann fehler- und störanfällig sein.
So ist beispielsweise das alleinige Messen der Körpertemperatur nicht sicher, weil es noch weitere Gründe für eine erhöhte Körpertemperatur geben kann – Krankheit, eine zu kurze oder gestörte Nachtruhe, Alkohol oder spätes Essen am Abend. Auch die Konsistenz des Zervixschleims kann sich unabhängig vom Zyklus verändern, beispielsweise durch Infektionen in der Vagina. Die Kalender-Methode allein ist sehr unsicher, weil bei vielen Frauen die Zykluslänge und der Zeitpunkt des Eisprungs von Monat zu Monat schwanken – und damit der Zeitraum der fruchtbaren Tage. Kombiniert man jedoch mehrere Methoden, verbessert sich der Verhütungsschutz.
Zu den meisten natürlichen Methoden gibt es keine guten und ausreichend großen Studien. Recht gut untersucht ist aber die symptothermale Methode. Es gibt verschiedene Varianten der symptothermalen Methode. Diese unterscheiden sich danach, wie viele Körperzeichen ausgewertet werden und nach welchen Regeln.
Die symptothermale Methode mit der höchsten Sicherheit ist die sogenannte Double-Check-Methode. Dabei kombiniert die Frau die Temperatur-Messung mit der Beobachtung des Zervixschleims. Sie bietet bei perfekter Anwendung eine hohe Verhütungssicherheit: Etwa 0,4 % der Frauen, die geschult wurden und ein Jahr lang konsequent mit der symptothermalen Methode verhüten, werden schwanger. Zum Vergleich: Bei der Pille sind es 0,3 % – bei perfekter Anwendung.
Bis die Körperzeichen richtig gedeutet und ausgewertet werden können, dauert es meist einige Zeit und braucht etwas Erfahrung. Es wird deshalb empfohlen, erst einige Zyklen lang zu üben, bevor man sich auf die Verhütung mit der symptothermalen Methode verlässt. Die symptothermale Methode kann auch in Schulungen erlernt werden.
Ob natürliche Methoden sicher funktionieren, hängt nicht zuletzt davon ab, wie konsequent an den fruchtbaren Tagen ein anderes Verhütungsmittel verwendet wird, zum Beispiel Kondome.