Tislelizumab (Tevimbra) mit Chemotherapie als Ersttherapie bei fortgeschrittenem Magenkrebs

Einleitung

Tislelizumab (Handelsname Tevimbra) ist seit November 2024 für Erwachsene mit einem Adenokarzinom des Magens und des Übergangs zur Speiseröhre zugelassen. Der Wirkstoff kommt infrage, wenn der Tumor bereits gebildet hat oder nicht mehr operiert werden kann. Er wird mit einer kombiniert.

Magenkrebs entsteht durch die bösartige Neubildung von Epithelzellen der Schleimhaut, die den Magen von innen auskleidet. Auch der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen kann betroffen sein. Je nachdem, von welchen Schleimhautzellen der Krebs abstammt (Plattenepithelzellen oder Drüsenzellen), wird zwischen Plattenepithel- und Adenokarzinomen unterschieden.

Magenkrebs verursacht anfangs allgemeine Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetit- oder Gewichtsverlust. Er kann deshalb zunächst unbemerkt bleiben oder mit anderen Magenerkrankungen verwechselt werden. Es kann auch dunkel bis schwarz gefärbter Stuhl auftreten – sogenannter Teerstuhl, der durch Blutungen im Magen entsteht.

Ein bösartiger Tumor wird, wenn möglich, operativ entfernt. Manchmal ist er dafür jedoch schon zu groß oder hat bereits über das Blut- oder Lymphsystem in anderen Körperregionen gebildet. In diesem Fall spricht man von fortgeschrittenem Magenkrebs.

Wie sich die Krebszellen vermehren, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehört ein bestimmter Eiweißbaustein auf der Oberfläche der Krebszellen, der HER2-Rezeptor (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor). HER2-Rezeptoren reagieren auf Wachstumssignale und regen so das Wachstum des Tumors an. Wenn diese besonders häufig vorkommen, spricht man von HER2-positivem Krebs. Ein HER2-positiver Krebs wächst vergleichsweise schneller und es kommt häufiger zu Rückfällen (Rezidiven). Manche Tumoren weisen erhöhte Mengen des Proteins PD-L1 (programmed death-ligand 1) auf. Durch dieses Eiweiß wird die körpereigene Abwehr gegen die Tumorzellen geschwächt.

Tislelizumab ist bei HER2-negativem und PD-L1-positivem Magenkrebs und Krebs des Übergangs zur Speiseröhre zugelassen und soll die Aktivität des Immunsystems fördern und so das Tumorwachstum hemmen.

Anwendung

Der Wirkstoff wird als verabreicht. Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg alle 3 Wochen in Kombination mit einer . Wird die erste Dosis über einen Zeitraum von 1 Stunde gut vertragen, können die folgenden Infusionen in 30 Minuten verabreicht werden. Treten zu schwere Nebenwirkungen auf oder schreitet der Krebs fort, wird die beendet.

Andere Behandlungen

Für nicht vorbehandelte Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkrebs oder Krebs des Übergangs zur Speiseröhre, der nicht mehr operiert werden kann, kommen je nach Art und Eigenschaften des Tumors unterschiedliche Wirkstoffkombinationen infrage. Dazu gehören beispielsweise Nivolumab und Pembrolizumab in Kombination mit platinhaltigen Chemotherapien.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2025 geprüft, ob Tislelizumab für Personen mit fortgeschrittenem Magenkrebs oder Krebs des Übergangs zur Speiseröhre im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller keine Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tislelizumab (Tevimbra).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tislelizumab (Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs, HER2-negativ) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A24-131. 25.03.2025. (IQWiG-Berichte; Band 1961); DOI: 10.60584/A24-131.

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Über diese Seite

Erstellt am 01. April 2025

Nächste geplante Aktualisierung: 2028

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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