Tislelizumab (Tevimbra) bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs

Einleitung

Tislelizumab (Handelsname Tevimbra) ist seit September 2024 und November 2024 für Erwachsene mit fortgeschrittenem der Speiseröhre zugelassen. Der Wirkstoff kommt infrage, wenn der Krebs bereits gebildet hat oder nicht mehr operiert werden kann. Kommt er als Ersttherapie zum Einsatz, wird er mit einer platinbasierten Chemotherapie kombiniert.

Als Speiseröhrenkrebs, auch Ösophaguskarzinom genannt, wird ein Tumor der Schleimhaut der Speiseröhre bezeichnet. Je nachdem, von welchen Schleimhautzellen der Krebs abstammt, wird zwischen Plattenepithel- und Adenokarzinomen unterschieden.

Speiseröhrenkrebs verursacht bei vielen Betroffenen erst dann Beschwerden, wenn die Erkrankung fortgeschritten ist. Dann ist der Tumor so groß, dass er die Speiseröhre verengt und Schluckbeschwerden beim Trinken oder Essen verursacht.

Bei metastasiertem Speiseröhrenkrebs haben sich bereits Tumor-Absiedlungen in anderen Körperbereichen gebildet, sodass eine Operation und Heilung meist nicht mehr möglich ist.

Wie sich die Krebszellen vermehren, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Manche Tumoren weisen erhöhte Mengen des Proteins PD-L1 auf. Durch dieses Eiweiß wird die körpereigene Abwehr gegen die Tumorzellen geschwächt.

Tislelizumab soll bei einem der Speiseröhre das anregen, den Krebs zu bekämpfen, indem es die Wirkung von PD-L1 hemmt.

Anwendung

Der Wirkstoff wird als verabreicht. Die empfohlene Dosis beträgt 200 mg alle 3 Wochen. Wird die erste Dosis über einen Zeitraum von 1 Stunde gut vertragen, können die folgenden Infusionen in 30 Minuten verabreicht werden. Treten zu schwere Nebenwirkungen auf oder schreitet der Krebs fort, wird die beendet.

Andere Behandlungen

Für nicht vorbehandelte Erwachsene mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Speiseröhrenkrebs, der nicht mehr operiert werden kann, kommen je nach Art und Eigenschaften des Tumors unterschiedliche Wirkstoffkombinationen mit Nivolumab oder Pembrolizumab infrage.

Für Erwachsene, die bereits mit einer platinbasierten behandelt wurden, kommt Nivolumab zum Einsatz.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2025 geprüft, ob Tislelizumab für Personen mit fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Tislelizumab (Tevimbra) als Erst- und Zweittherapie.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tislelizumab (Ösophaguskarzinom, fortgeschritten, Erstlinie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A24-129. 28.03.2025. (IQWiG-Berichte; Band 1969); DOI: 10.60584/A24-129.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Tislelizumab (Ösophaguskarzinom, fortgeschritten, Zweitlinie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A24-130. 28.03.2025. (IQWiG-Berichte; Band 1970); DOI: 10.60584/A24-130.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

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Über diese Seite

Erstellt am 01. April 2025

Nächste geplante Aktualisierung: 2028

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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