Talazoparib (Talzenna) bei fortgeschrittenem Prostatakrebs (ohne HRR-Mutation)

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2024 geprüft, ob Talazoparib (Handelsname Talzenna) in Kombination mit Enzalutamid bei Männern mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs ohne HRR-Mutation im Vergleich zu den individuell angepassten Therapien Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte hierzu 1 verwertbare Studie vor. In der Studie wurden nur Männer mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs untersucht, die in diesem Stadium noch nicht behandelt wurden. Alle Männer erhielten Enzalutamid. Eine Gruppe mit 317 Männern wurde zusätzlich mit Talazoparib behandelt, die anderen 319 Männer erhielten zusätzlich ein . Zu Beginn der Studie waren alle Patienten in einem guten Allgemeinzustand. Sie wurden bis zu zweieinhalb Jahren untersucht. Für die Männer ohne HRR-Mutation zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Talazoparib?

Es zeigten sich keine Vorteile von Talazoparib im Vergleich zu .

Welche Nachteile hat Talazoparib?

Schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet hier auf einen Nachteil einer zusätzlichen Behandlung mit Talazoparib hin. Schwere Nebenwirkungen traten mit Talazoparib im Mittel () nach knapp 4 Monaten auf. Ohne Talazoparib war das bei den Männern nach 21 Monaten der Fall.

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Auch hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Talazoparib hin. Mit Talazoparib brachen 22 von 100 Männern die Studie ab. Ohne den Wirkstoff war das bei 12 von 100 Männern der Fall.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Die Studie deutet hier bei den Aspekten wie der Einschätzung der Lebensqualität insgesamt (globaler Gesundheitsstatus), der körperlichen Funktion und Einschränkungen in Alltag oder Freizeit (Rollenfunktion) ebenfalls auf einen Nachteil von Talazoparib hin.

Zudem deutet die Studie auf einen Nachteil von Talazoparib für folgende Aspekte hin:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • schwere Infektionen
  • schwere
  • schwere Blutbildveränderungen
  • Schwindelgefühl

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Hier gab es keinen Unterschied: In der Studienzeit von zweieinhalb Jahren waren 39 bis 42 von 100 Männern in beiden Gruppen gestorben.

Auch bei folgenden Aspekten zeigte sich in der Studie keine Unterschiede:

  • Knochenbrüche
  • Rückenmarkskompression
  • Schmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Beschwerden des Harnsystems
  • Darmbeschwerden
  • hormonbehandlungsbezogene Symptome
  • Gesundheitszustand
  • emotionale Funktion, kognitive Funktion und soziale Funktion (gesundheitsbezogene Lebensqualität)
  • sexuelle Aktivität

Weiterhin gab es keinen relevanten Unterschied bei starker Erschöpfung (), Atemnot und Appetitverlust.

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine verwertbaren Daten vor zu:

  • Sexualfunktion
  • akuten myeloischen Leukämien
  • myelodysplastischem (Erkrankungen des Knochenmarks)

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Talazoparib (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A24-22. 13.05.2024. (IQWiG-Berichte; Band 1783); DOI: 10.60584/A24-22.

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Über diese Seite

Erstellt am 28. Mai 2024

Nächste geplante Aktualisierung: 2027

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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