In der Schwangerschaft wurden die Beschwerden stärker

Foto von Frau, die entspannt auf einem Sofa liegt

Eva, 33 Jahre

„Abends auf dem Sofa oder beim Einschlafen ging es los: Die Füße drückten, ich hatte eine Unruhe in den Beinen und wollte die Zehen zusammenkneifen. Besonders stark waren die Beschwerden, wenn ich enge Socken oder Schuhe anhatte.“

Die ersten Beschwerden hatte ich mit Anfang 20: Wenn ich mich abends aufs Sofa legte, hatte ich ein unangenehmes Druckgefühl in den Füßen und unruhige Beine.

Die Beschwerden waren aber sehr leicht und nicht durchgehend. Deswegen machte ich mir keine Gedanken und unternahm auch nichts dagegen. Ich wusste nicht einmal, dass diese Symptome einen Namen hatten.

Als ich das erste Mal den Begriff „“ hörte, wusste ich sofort, dass es passen könnte. Das war für mich aber kein Grund, dem nachzugehen oder etwas dagegen zu unternehmen, da es mich nicht störte. Ich wollte mich bewusst nicht zu sehr reinsteigern.

In der Schwangerschaft wurde es stärker

Gegen Ende meiner ersten Schwangerschaft mit Anfang 30 verstärkten sich die Beschwerden aber deutlich und traten auch häufiger auf – vor allem abends auf dem Sofa beim Hochlegen der Füße oder im Bett kurz vor dem Einschlafen.

Es wurde zwar besser, wenn ich aufstand und mich bewegte – sobald ich aber saß oder lag, ging es wieder los: Die Füße drückten, ich hatte eine Unruhe in den Beinen und den Drang, die Zehen zusammenzukneifen, aufzuspringen und hin und her zu gehen. Besonders stark waren die Beschwerden, wenn ich enge Schuhe oder Socken anhatte.

Schlafen konnte ich trotzdem

Zum Glück haben die Beschwerden mich aber nie am Einschlafen gehindert. Oft war ich in der Schwangerschaft abends so müde, dass ich sofort weg war und die ganze Nacht durchschlief.

Auch meinen Alltag störte es nicht zu sehr. Allerdings passte ich mich auch an: Immer, wenn es abends losging, machte ich mich bereit fürs Bett, bevor der Druck und die Unruhe in den Beinen stärker wurden.

Dadurch ging ich oft früher schlafen als eigentlich geplant. Aber für mich war es in Ordnung, da ich sowieso müde war.

Im Kino war der Druck in den Füßen fast nicht zu ertragen

Es gab nur eine Situation gegen Ende der Schwangerschaft, bei der mir die unruhigen Beine zu schaffen machten: Mein Freund und ich waren im Kino in der Abendvorstellung. Ich hatte enge Schuhe an und während der ganzen Vorstellung ein unglaublich starkes Druckgefühl in den Füßen. Es war kaum auszuhalten.

Ich blieb aber sitzen und hielt durch. Es war mir unangenehm, im Kino aufzustehen, hin und her zu laufen oder die Schuhe ausziehen. Glücklicherweise war ich an dem Tag so müde, dass ich irgendwann im Kinosessel einschlief.

Die Beine kalt zu duschen und einzucremen, hat mir geholfen

Ich half mir mit kleinen Maßnahmen instinktiv selbst: Kurz vor dem Schlafengehen duschte ich die Beine kalt und cremte mich danach mit einer Körperlotion ein, die die Beine zusätzlich kühlte. Danach ging ich sofort ins Bett und konnte so gut einschlafen.

Auch eine Massage der Füße war sehr angenehm. Sie entspannte mich und der Druck in den Füßen ging weg.

Außerdem zog ich mir im Alltag die Schuhe so oft wie möglich unauffällig aus. Wenn ich zum Beispiel im Büro am Computer saß, arbeitete ich oft ohne Schuhe. Abends auf dem Sofa tauschte ich die engen Socken gegen gemütliche weite Wollsocken aus.

Ich bekam gegen Ende der Schwangerschaft Eisentabletten, weil meine Werte im Blut zu niedrig waren. Das hatte aber keinen positiven Einfluss auf die unruhigen Beine – auch wenn Eisenmangel ein möglicher Grund für ein sein soll.

Nach der Geburt gingen die Beschwerden zurück

Die Symptome waren nach der Geburt deutlich geringer und eine Zeitlang auch komplett weg.

Mittlerweile bin ich zum zweiten Mal schwanger und die unruhigen Beine sind tatsächlich im zweiten Schwangerschaftsdrittel zurückgekehrt. Ich habe sie sofort erkannt. Noch treten sie nur jeden zweiten Abend auf und sind auch nicht so stark. Aber ich bin schon vorbereitet, dass es wie bei der ersten Schwangerschaft gegen Ende stärker wird.

Ich werde dann wieder meine altbewährte Methode mit dem kalten Abduschen und Eincremen einsetzen. Wenn die Beschwerden allerdings sehr stark werden sollten, würde ich zu meiner Frauenärztin oder zu einer neurologischen Praxis gehen, um mir Rat zu holen.

Ich möchte aber keine Medikamente nehmen, sondern eher physikalische Maßnahmen wie Rotlicht oder Ähnliches ausprobieren.

Ablenkung hilft mir

Ich denke, dass es gut ist, sich nicht zu sehr auf die Beine zu konzentrieren, weil die Gefahr besteht, dass die Beschwerden einem dann subjektiv noch stärker erscheinen. Mein Tipp wäre, sich abzulenken, für Entspannung zu sorgen und Kälte, Wärme oder Massage auszuprobieren.

Im Nachhinein hätte ich mir eine kurze Einordnung durch meine Frauenärztin gewünscht. Ich hätte es beruhigend gefunden, zu wissen, dass es bei einigen Frauen in der Schwangerschaft vorkommt und nichts Gefährliches ist. Und vor allem, dass die Beschwerden nach der Geburt auch wieder zurückgehen.

Als ich meiner Frauenärztin damals von den Beschwerden in den Beinen erzählte, notierte sie das, kommentierte es aber nicht weiter. Da der Leidensdruck bei mir nicht so groß war, thematisierte ich es auch nicht mehr.

Ich frage mich, ob die Beschwerden in Zukunft stärker werden

Was im Hintergrund bei mir mitschwingt, ist die Frage, ob das bei mir mit der Zeit stärker werden wird. Ich beschäftige mich beruflich mit Gesundheitsthemen und habe auch dazu einiges gelesen. Daher weiß ich, dass die Beschwerden bei manchen Menschen im Laufe der Zeit zunehmen können.

Das wäre natürlich nicht so schön – dann müsste ich die Behandlung nochmal ganz anders angehen. Aber solange es bei mir die leichte Form ist, besteht für mich kein Bedarf.

Ich bleibe einfach aufmerksam, achte darauf, wie es sich nach der Geburt des zweiten Kindes entwickelt, und hoffe das Beste.

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

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Über diese Seite

Erstellt am 02. April 2025

Nächste geplante Aktualisierung: 2028

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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