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Erste Hilfe bei einer Kopfverletzung

Eine Kopfverletzung, etwa durch einen Stoß oder Aufprall im Kopfbereich, kann das Gehirn schädigen: Wird es verletzt und in seiner Funktion eingeschränkt, sprechen Fachleute von einem Schädel-Hirn-Trauma.

Falls Sie etwa beim Sport oder im Straßenverkehr Zeugin oder Zeuge einer Kopfverletzung werden, können Sie am Unfallort helfen und durch schnelles Handeln schlimmere Folgen vermeiden.

Eine Kopfverletzung führt häufig zu Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Die verletzte Person kann auch verwirrt oder orientierungslos sein. Einige erinnern sich nicht an das Unfallgeschehen oder sind sogar bewusstlos. Wenn Sie den Unfall beobachtet haben, können Sie der Notärztin oder dem Notarzt daher wichtige Informationen geben.

Wann ist es wichtig, den Notruf 112 zu wählen?

Wie schwer eine Kopfverletzung ist, ist nicht immer leicht zu erkennen. Im Zweifel gilt: besser nicht abwarten, sondern den Notruf 112 wählen.

Bei folgenden Anzeichen ist das sofort nötig:

  • Bewusstlosigkeit
  • Gedächtnisstörungen
  • anhaltende Kopfschmerzen, die stärker werden
  • wiederholtes Erbrechen
  • starke Müdigkeit oder Benommenheit
  • unklares Sprechen oder Sehen
  • ungewöhnliches Verhalten
  • unterschiedlich große Pupillen
  • Krampfanfälle
  • Blutungen oder Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr oder der Nase
  • stark blutende Wunden am Kopf

Was kann ich am Unfallort für die verletzte Person tun?

Wichtig ist zunächst, die verletzte Person anzusprechen und zu prüfen, ob sie bei Bewusstsein ist.

Was tun bei einer Bewusstlosigkeit?

Wenn die Person bewusstlos ist und nicht mehr atmet, ist eine sofortige Wiederbelebung (Reanimation) sehr wichtig, bis die Notärztin oder der Notarzt da ist.

Ist die Person bewusstlos, atmet aber noch, bringen Sie sie am besten in die stabile Seitenlage. Bis die Notärztin oder der Notarzt eintrifft, ist es nötig, die Atmung regelmäßig zu kontrollieren.

Abbildung: Rückenlage mit erhöhtem Kopfende

Was tun, wenn die Person bei Bewusstsein ist?

Ist die oder der Verletzte wach und ansprechbar, tun Sie am besten Folgendes:

  • Beruhigen: Sorgen Sie für Ruhe in der Umgebung, beruhigen Sie die Person.
  • Hinlegen: Legen Sie sie wenn möglich vorsichtig auf den Rücken und erhöhen Sie den Oberkörper und Kopf leicht, etwa mit einer dicken Jacke. Das kann den Hirndruck senken, der durch eine Kopfverletzung ansteigen kann. Achtung: Nach einem Unfall kann die Wirbelsäule verletzt sein. Daher ist es sehr wichtig, die oder den Verletzten so wenig wie möglich zu bewegen.
  • Beobachten: Achten Sie bei der Betreuung der Person darauf, ob sich ihr Zustand verändert – etwa das Bewusstsein oder die Atmung.
  • Wärmen: Halten Sie die Person mit Decken oder Kleidungsstücken warm.
  • Wunden versorgen: Verbinden Sie blutende Kopfwunden möglichst steril mit einem Druckverband.
  • Dableiben: Bleiben Sie bei der Person, da sie etwas Zeit benötigen kann, um sich wieder zu orientieren. Lassen Sie sie nicht allein.

Ermutigen Sie die verletzte Person, sich ärztlich untersuchen zu lassen – auch wenn die Kopfverletzung zunächst harmlos erscheint. Ärztliche Hilfe ist besonders wichtig, wenn Symptome wie Kopfschmerzen, Benommenheit oder Schwindel nicht nach kurzer Zeit abklingen oder sich sogar verschlechtern. Im Zweifelsfall rufen Sie den Notruf 112.

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Erstellt am 18. Mai 2022

Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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